Ricotta-Angolottis mit Zitronensoße

Herrlich sommerlich frische Agnolottis! Heute gibt’s mal was für Nudel-Freaks! Bei einem Praktikum im Restaurant Philipp in Sommerhausen habe ich eine tolle neue Pastaform für mich entdeckt. Man kommt ganz ohne Ausstechen aus und die gefüllten Nüdelchen machen optisch ganz schön was her. Allerdings hätte ich gern eine neue Nudelmaschine, denn meine jetzige macht für diese Nudelform einfach zu schmale Bahnen. Mit einer Bahn werden die Nudeln viel zu groß oder man hat viel Verschnitt und wenn ich die Bahn halbiere kommen nur ganz kleine Nüdelchen dabei raus, was letztendlich mehr Arbeit macht.

IMGP6075Es gibt diese gaaaaanz breiten Nudelmaschinen, die wären perfekt dafür! Warum hab ich die eigentlich noch nicht? Nach jahrelangem Hobby-Kochen muss doch endlich mal das gesamte Equipment stehen! Aber Pustekuchen!!! Außerdem hätte ich so gern ne gute Eismaschine, einen Sous-Vide-Garer, einen Steinbackofen, noch bessere Messer, ne Flotte-Lotte, Tonnen von Tarte-, Tartelette-, und Kuchenformen und und und….

Ich übe mich also in Geduld und mache erstmal weiterhin zu große, zu kleine oder wie auch immer, auf jeden Fall Ricotta-Agnolottis! Gott hat die Welt ja auch nicht in einem Tag erschaffen!

IMGP6085Ricotta-Agnolottis mit Zitronensoße

Zutaten für 4 Portionen:

Nudelteig aus 600g Mehl (Type 0), 2 TL Salz, 150 ml Wasser und 2 Eiern

Für die Füllung:
400g Ricotta
1 Ei
60g geriebener Parmesan
Abrieb von 1 1/2 Bio-Zitronen
1 bis 2 EL Limoncello
Salz, Pfeffer
Zitronen

Für die Soße:
8 Stückchen kandierte Zitronenschale (ersatzweise mehr Zitronenabrieb verwenden)
Abrieb einer halben Bio-Zitrone
3 Schalotten
200 ml trockener Weißwein
200 ml Sahne
2 TL Zucker
Salz, Pfeffer
Rapsöl
zwei Handvoll frische Minze
1 TL Speisestärke

Zubereitung:

Alle Zutaten für den Nudelteig gründlich verkneten und in Frischhaltefolie einwickeln. 10 min ruhen lassen. Die Füllung zusammenrühren und in einen Spritzbeutel mit großer Lochtülle geben.

Den Nudelteig in 4 Portionen aufteilen und den Teig den man gerade nicht verarbeitet immer in Folie einwickeln, damit er nicht austrocknet. Ein Ei mit 1 EL Wasser verquirlen. Mit einer Nudelmaschine den Teig in dünne Bahnen ausrollen und mit verquirltem Ei bis auf einen 1 cm Rand bepinseln. Die Füllung mit einem Abstand von ca. 2 cm auf dem Nudelteig verteilen und wie auf den Bildern zu sehen fortfahren. (Teig mit Füllung überklappen und festdrücken, die Zwischenräume mit den Fingern zusammendrücken. Mit einem Teigrad Täschchen ausschneiden. Auf den Bildern ist beim Rädeln ein kleiner Fehler, weil ich bißchen zu voreilig war. Mit dem Teigrad oben zuerst einmal quer und anschließend erst die einzelnen Nudeln längs auseinanderschneiden. Ich hab’s umgekehrt gemacht.)

IMGP5101IMGP5102IMGP5103IMGP5104IMGP5105IMGP5110Die Nudeln 3 bis 4 min in leicht sprudelndem Wasser kochen bis sie oben schwimmen.

Minzeblättchen abzupfen und in einer Pfanne etwas Rapsöl erhitzen. Die Blättchen darin knusprig braten und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Das übrige Minzöl für die Soße verwenden.

Für die Soße die Schalotten in Rapsöl und Minzöl in einem Topf glasig dünsten. Zucker, etwas Salz und die kandierten Zitronenschalen dazu geben und mit Weißwein ablöschen. 8 bis 10 min leicht köcheln lassen und evtl. etwas Wasser nachgießen. Soße durch ein Sieb gießen und wieder zurück in den Topf schütten. Sahne angießen und mit Salz und evtl. noch etwas Zucker abschmecken. Zum leichten Anbinden der Soße 1 TL Speisestärke mit 1 EL kaltem Wasser glatt rühren und zur Soße geben. Die Soße kurz aufkochen und bei mittlerer Hitze eine Minute köcheln lassen. Falls die Soße zu dick ist wieder etwas Wasser zum verdünnen dazu geben und erhitzen.

Die abgetropften Nudeln bei mittlerer Hitze in der Soße einmal kurz schwenken und mit grob gemahlenem Pfeffer und frittierter Minze servieren. Buon Appetito!

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26 Antworten auf Ricotta-Angolottis mit Zitronensoße

  1. Micha sagt:

    Mit ausgeprägtem Hang zur gefüllten Pasta ist diese Form mir nun völlig neu! Aber sehr hübsch und toll dokumentiert!
    Meistens greife ich ja zu meinem Raviolibrett, aber in die Pastamaschine für Hohlnudeln, die Magdi vor einiger Zeit vorgestellt hat, habe ich mich verguckt. Früher oder später muss die ins Haus!

    • Simone sagt:

      Die Form hab ich auch zum ersten Mal gesehn und hab mich gleich in sie verliebt ;-) ! Ein Raviolibrett hab ich leider keins. Vielleicht leg ich mir mal eins zu, soll ja sehr praktisch sein!

  2. Jens sagt:

    Das sieht nach viel Arbeit aus, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen.
    Schaut super aus!

    • Simone sagt:

      Danke! Gefüllte Nudeln sind ja leider immer mit etwas Arbeit verbunden, allerdings finde ich diese Form nicht unbedingt arbeitsintensiver als Raviolis und Co. Am Ende ist man aber doch immer froh, dass man sich die Mühe gemacht hat. Hausgemachte Nudeln sind einfach unschlagbar! :-)

  3. Hallo Lieblingsbutter, Rezept hört sich Klasse an, vorallem die Zitronensauce passt gut zum heutigen Wetter. Ich habe kürzlich Ravioli mit zweierlei Füllung gemacht (Bericht folgt) und dazu einen Ausstecher mit Griff benutzt (kann es nicht besser beschreiben). Hat auch gut geklappt. Viele Grüße Alex

    • Simone sagt:

      Danke! Ich kenn die Raviolo-Ausstecher mit Griff! Hatte auch mal einen, aber der war nicht scharf genug und hat mir die Nudeln eher zerfezt als ausgestochen. deshalb benutzte ich einfache Keksausstecher, wenn ich nicht gerade diese tollen Agnolottis mache. Es gibt allerdings so ganz schöne Ravioliausstecher mit Holzgriff, aber die sind leider auch sehr teuer. Wie ich Micha schon gesagt habe werd ich mir wohl bald mal ein Raviolibrett zulegen.

  4. Bella sagt:

    Klingt toll und sieht super aus! Würde ich ja auch gerne probieren, aber ich habe leider (noch) keine Nudelmaschine und das Ausrollen mit einem Nudelholz tue ich mir nach einem schrecklichen Ravioli-Desaster im Frühjahr nicht mehr an ;)

    • Simone sagt:

      Oh, das erinnert mich auch an die guten alten Zeiten, als ich noch bei meinen Eltern gewohnt habe und immer die Küche meiner Mutter belagert habe. Für meine ersten selbstgemachten Raviolis hab ich den Teig auch mit dem Nudelholz ausgerollt. Als Ungeübter kriegt man das nur schwer dünn genug und so dicke Teigtaschen schmecken nicht wirklich lecker und schön aussehn tun sie auch nicht ;-) ! Die Italiener können das mit dem Ausrollen aber sehr gut. Kennst du die Methode, bei denen eine relativ dünne Holzrolle benutzt wird? Anders als unser gängiges Nudelholz mit Griff. Ich bewunder diese Methode total!

      • Bella sagt:

        Ja, meine Ravioli waren echt furchtbar, allein die Füllung (Ricotta und Bärlauch) hat geschmeckt. Die Methode kenne ich leider nicht, wird aber gleich mal gegoogelt. Die italienischen Hausfrauen müssen unglaublich Kraft haben :)
        Ich werde noch ein bisschen sparen für eine ordentliche Maschine, möchte keine kaufen, die nach 2 Mal Benutzen auseinander fällt. Würdest du elektrisch empfehlen oder tut’s auch eine zum Kurbeln?

        • Simone sagt:

          Meine jetzige Nudelmaschine mit Kurbel war sehr günstig, ich glaube so um die 15 Euro. Für die ersten Jahre hat sie mir gut getaugt, aber besseres Equipment erspart einem häufig mehr Zeit und deshalb wird meine nächste Nudelmaschine erstens breitere Bahnen machen (jetzige 14cm) und ich würde definitiv auch einen Motor dazu kaufen, den man anstelle der Kurbel dran machen kann. Das Kurbeln ist einfach zu kraftaufwendig, außerdem hat man dann die Hände frei fürs Halten des Teigs.

          • Bella sagt:

            Vielen Dank, dann werd ich mal das Sparen anfangen :)
            Auf der Liste steht allerdings auch noch eine gute Kamera für schönere Essensbilder, mal sehen, was zuerst dran kommt…

          • Simone sagt:

            Oh, da könnt ich nun auch sehr schwer entscheiden! Aber egal für was du dich entscheidest, du wirst das Richtige tun ;-) !

  5. Dolce Vita sagt:

    Ob nun zu gross, oder zu klein… sehen super aus, Deine Agnolottis! Und mit der Zitronen-Ricotta Fülle, also ich würd mich nicht zweimal bitten lassen…
    Liebe Grüsse
    Susann

  6. Lena sagt:

    Mmmh lecker! Muss auch mal wieder Nudeln machen. Ein Raviolibrett hab ich auch und kann das nur empfehlen, weil das spart echt viel Gefiezel.

    Diese Agnolottis sehen aber auch sehr verführerisch und hübsch aus!

    Das man in der Küche noch so viel Equipment braucht, kenne ich zur Genüge. Aber bei uns ist einfach kein Platz. Obwohl ich unbedingt Brotbackzubehör brauche…

    • Simone sagt:

      Also, das Raviolibrett wird wohl meine nächste Anschaffung werden ;-) ! Ich hab mir jetzt vor kurzem einen tollen Virtinenschrank im Arbeitszimmer für mein Küchengedöns gegönnt. Also Platz hätte ich noch ;-) !

  7. lisa sagt:

    Da hast du ja wieder was feines für uns gezaubert. Diese Form habe ich bis jetzt noch nicht gekannt, sie sehr hübsch aus und schmecken bestimmt wunderbar.Ich könnte auh mal wieder selbstgemachte Pasta machen…glg

  8. Markus sagt:

    Einfach toll! Erinnert mich sofort an den viel zu kurzen Italienurlaub von 1 Monat!

    • Simone sagt:

      Einen Monat nennst du einen kurzen Italienurlaub, oha! Oder wolltest du vor einem Monat schreiben? Ich würd mein letztes Hemd für einen einmonatigen Italien-Tripp hergeben! Aber im September komm ich auch endlich mal wieder in den Genuss und zwar im Piemont! Ich freu mich schon! :-)

      • Markus sagt:

        öhm, da hat sich doch ein kleiner Tippfehler eingeschlichen, vor einem Monat, für acht Tage, um genau zu sein ;) Wir waren in Ligurien und es war wunderbar!

        • Simone sagt:

          Ligurien ist toll, war ich auch schon. Cinque Terre, Genua und soweiter. War wirklich sehr schön, bis auf das schwüle Wetter. Und der Piemont ist gar nicht weit davon entfernt. Vielleicht machen wir ja auch noch nen Abstecher ans ligurische Meer, mal sehn!

  9. Valeska sagt:

    Yummy – die würde ich jetzt gern essen. Die Form ist mir auch neu, schön! Danke für die Anleitung. Ich werde demnächst auch noch mal frische Nudeln machen.

  10. ich bewundere immer wieder den Einsatz…

    Weisst Du aber was fehlt, dieses typische Zusammendrücken der Agnolottis, gerade noch bei den nomma im Piemont gesehen, die machen ganz schön viele in einer Minute…

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