Orangen-Rhabarber-Käsekuchen

Die Zubereitungsmethode des Rhabarbers im Ofen fand ich bei diesem Rezept ganz besonders toll. IMGP4710Die Stücke werden dabei weich, gleichzeitig bekommen sie einen Hauch Orange, aber sie zerfallen nicht, weil man nicht rühren muss. Das Rhabarberkompott lässt sich auch super gut für andere Zwecke nutzen. Zum Beispiel in einem Trifle oder als fruchtig saure Beilage zu einer Crème brulée.

IMGP4717Um die Oxalsäure im Rhabarber zu entfernen kann man ihn vorher bissfest blanchieren. Dabei geht die Säure ins Kochwasser über. Allerdings ist die Säure für gesunde Menschen nur in wirklich großen Mengen schädlich. Aber wer will geht auf Nummer sicher und blanchiert immer, so verhindert man auch, dass der Rhabarber zu sauer ist. Vorsicht ist in jedem Fall bei Menschen mit Rheuma, Gicht und Nierenleiden geboten. Sie sollten Rhabarber meiden, genau wie Sauerklee, der seit kurzem auf meinem Balkon vergnüglich vor sich hinwächst und darauf wartet von mir verspeist zu werden.

IMGP4716Die Oberfläche des Kuchens ist mir optisch nicht so besonders gelungen, wahrscheinlich weil ich in den Schmand ein wenig des Rhabarbersirups gerührt habe und er dann beim Auftragen und Backen zu flüssig war. Eigentlich hätte es eine schöne gleichmäßig weiße Schicht auf dem Rhabarber sein sollen. Aber dem Geschmack tut das bestimmt keinen Abbruch. Ich fand den Kuchen jedenfalls sehr gut und wahnsinnig saftig. Bei mir ist vom Rhabarber noch etwas übrig geblieben und deshalb habe ich ihn einfach zum Kuchen dazu gegessen. Sehr lecker!

IMGP4729Orangen-Rhabarber-Käsekuchen

(Abgewandelt nach UK-Zeitschrift delicious, Ausgabe März 2011)

Als kleiner Hinweis: Dieser Kuchen ist etwas aufwändiger in der Herstellung, aber dennoch sehr lecker und super saftig!

Zutaten für eine 26-28 cm Springform:

Für das Rhabarber-Kompott:
800 g Rhabarber
1 Bio-Orange (Saft und Zesten)
50 g Zucker

Für den Boden:
75 g geschmolzene Butter
200 g Vollkorn-Butterkekse
2 TL Demerara-Zucker
etwas Butter zum Einfetten

Für die Quarkmasse:
350 g magerer Topfen
350 g Topfen 40%
4 EL Stärke
5 Eier
120 g Zucker
Abrieb einer Orange und 2 TL Saft
60 g geschmolzene Butter
Samen einer Vanilleschote

Für das Topping:
200 g Schmand
1 TL Zitronensaft

Zubereitung:

Den Ofen auf 110 Grad vorheizen. Rhabarberstangen waschen, die Enden abschneiden und in ca. 5 cm lange Stücke schneiden. Den Rhabarber in kochendem Wasser sehr bissfest blanchieren und gut abtropfen lassen. Rhabarberstücke mit Orangensaft, -abrieb und Zucker auf ein Backblech geben. Das Blech mit Alufolie abdecken und im 110 Grad heißen Ofen ca. 20-30 min weich schmoren. Den Rhabarber abtropfen lassen. Den Saft zu einem dickflüssigen Sirup einköcheln und abkühlen lassen. Rhabarber und Sirup getrennt beiseite stellen.

Vollkornkekse in einem Mixer mittelfein hacken und mit Demerara-Zucker und geschmolzener Butter vermischen. Die Keksbröselmischung in eine gefettete Springform zu einem glatten Boden ohne Rand drücken. Bei 180 Grad ca. 10 min backen. Abkühlen lassen.

Topfen, Stärke, Eier, Zucker, Orangenabrieb, -saft, Butter und Vanillesamen in einer großen Schüssel gründlich mit dem Handmixer verrühren. Die Masse auf den Keksboden geben und bei 180 Grad ca. 35 min backen. Währenddessen Schmand mit Zitronensaft glatt rühren und beiseite stellen. Nach der ersten Backzeit die Rhabarberstücke nebeneinander in einer Schicht auf den noch heißen Kuchen legen und mit Schmandcreme bestreichen. Beim Belegen möglichst vorsichtig, aber zügig arbeiten damit der Kuchen nicht zusammenfällt. Den Kuchen weitere 15 bis 20 min bei 160 Grad backen. Stäbchenprobe!

Den Kuchen nach dem Abkühlen mit restlichem Sirup beträufeln und servieren. Buon Appetito!

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15 Antworten auf Orangen-Rhabarber-Käsekuchen

  1. Mensch, jetzt hab ich schon den Rhabarber-Käsekuchen von Paule nachgebacken und dann kommst du damit… Eigentlich mag ich ja Streusel lieber, aber Orangenzesten sind auch toll. Noch besser sind natürlich die Zitronenzesten auf dem Zitronenkuchen, aber ich schweife ab… Nächstes Jahr, wenn´s wieder Rhabarber gibt dann mach ich deinen Kuchen hier – auch auf die Gefahr hin als Michelin-Männchen zu enden….

    • Simone sagt:

      Hihi, man merkt dass du ein Foodie bist ;-) ! Wer mittels Rhabarberkuchen so durch den Wind gerät muss ein Foodie sein! Und ja, ich habe den Zitronenkuchen auch schon nachgebacken, ätschi! Mit Zesten!!! Bilder folgen!

  2. Als ob´s “nur” Rhabarberkuchen wär ;-) Den hat meine Schwiegermutter mit der Hand aufgezogen – sowas kriegste nirgends zu kaufen! Dass der Zitronenkuchen geil ist weiß ich ja schon – jetzt will ich die geilen Bilder sehn!

  3. lisa sagt:

    Mhhh, ich bin ja ein Fan von Rhabarber und Käsekuchen, also wäre dein süßes Rezept genau das Richtige für mich.Aber leider muss ich schweren Herzens wegen meiner Zuckerunverträglichkeit auf all das Süße verzichten… Deine Bilder machen aber auch schon satt…Bilde ich mir halt ein ;-)

  4. Claudia sagt:

    Ohhh, der ist bei mir gerade im Ofen, mit leichten Modifikationen: Graham cracker crumbs statt Vollkornkekse, cream cheese statt Quark und mit Streuseln statt Schmand, denn… das gibt’s hier alles nicht in Nordamerika. ;) Aber ich werde berichten!

    • Simone sagt:

      Na dann kommst du dem Originalrezept ja auch schon recht nahe. Dort wird auch cream cheese verwendet. Mit dem mag ich Käsekuchen eigentlich auch ganz gerne. Allerdings ist ein richtiger Käsekuchen für mich immer noch mit Quark. Schon komisch, dass es der Quark und auch andere bei uns üblichen Milchprodukte nicht nach Amerika geschafft hat, wobei man doch so viele leckere Sachen damit machen kann.

      • Claudia sagt:

        Der Kuchen ist großartig geworden! War das erste Mal, dass ich cream cheese verwendet habe und ich war ein bisschen skeptisch, weil der doch recht salzig war. Ist aber gut ausgegangen. :)

        Quark ist aber natürlich einzigartig, da hast du recht… und ich muss mich korrigieren, es gibt ihn es hier sehr wohl, ist aber ein Nischenprodukt, das nur alle paar Wochen mal geliefert wird (und dann pro Becher 8 $ kostet, ugh). Mit Käse sieht’s hier auch nicht soo rosig aus… Gott sei Dank haben wir einen Käseladen ganz in der Nähe, der viele Importprodukte hat… aber im Supermarkt ist das Angebot eher mau. Und vom Thema Brot will ich gar nicht erst anfangen… ;)

        • Simone sagt:

          Freut mich dass der Kuchen gut geworden ist! Mir würden genauso wie dir sehr viele deutsche, bzw. europäische Produkte fehlen, wenn ich in Amerika leben würde. Backst du dein Brot dann selbst, oder wie machst du das? Denn so ganz ohne würd ichs glaub nicht aushalten können. Liebe Grüße

          • Claudia sagt:

            Nee, selbst backen trau ich mir noch nicht zu… es gibt hier einen Bäcker, der ganz OK ist (und sogar Roggenmehl in seinem Brot verarbeitet, hihi). In kleineren Orten hat man da bestimmt nicht so ein Glück.
            Ansonsten, tja, es ist nicht wirklich so schlimm, wie man sich das immer vorstellt. Da wir auch in D so viel wie möglich mit unverarbeiteten Lebensmitteln gekocht haben, fiel die Umstellung nicht ganz so schwer. Gemüse, Eier, Reis, Käse und Kartoffeln gibt’s überall. ;) Nur so spezielle Sachen halt nicht… Pumpernickel hab ich mir mitbringen lassen. :)

          • Claudia sagt:

            Und in mancherlei Hinsicht ist das Angebot hier sogar besser als daheim. Einer der hiesigen Supermärkte hat ein großartiges Angebot an asiatischen Lebensmitteln, da könnte sich manch ein Markt in Deutschland eine Scheibe von abschneiden. (Gut, die asiatische Community ist hier auch recht groß)

  5. Bettina sagt:

    Dieser Kuchen wurde am Samstag fast gebacken. Nur fast, weil ich mich dann doch für das Original um entschieden habe. So richtig volle Power mit 100 Pro Frischkäse. Mmmh…extremst lecker.

    Die Idee mit der Zubereitung des Rhabarbers fand ich absolute Sahne. Also so was Geniales. Der Rhabarber bleibt schön in Form, ist aber butterweich. Ich liess das Gemüse jedoch wie bei “delicious” 1 1/2 Stunden bei 100 Grad im Ofen. Nach 30 Minuten war der immer noch so hart, wie vorher.

    Ich mag auch die Käsekuchen-Variante mit Quark…aber…wenn ich die Wahl habe, dann hieve ich mir definitiv den Ami-Käsekuchen auf’sTeller.

    • Simone sagt:

      Bei mir war der Rhabarber in 30 min bereits butterweich. Mit Frischkäse mag ich Käsekuchen eigentlich auch sehr gerne, aber mir ist dann doch die etwas leichtere Variante mit Quark lieber ;-) !

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