Karotten-Rosinen-Walnuss-Brot

Ein ganz besonders tolles No Knead-Bread mit Karottensaft, Rosinen, Walnüssen und Kreuzkümmel aus dem Buch von Jim Lahey hat bereits Gäste, Freunde und mich wahnsinnig begeistern können und deshalb muss ich euch das Rezept unbedingt vorstellen. Schon allein die Optik macht ordentlich Appetit auf das Brot. Und der Duft erst recht. Schade, dass man den übers Internet nicht verbreiten kann.

Ich habe das Brot jetzt schon einige Male gebacken, wobei ich festgestellt habe, dass es mir in der Baguetteform besser schmeckt als wenn man es im Gusseisenbräter in Laibform backt. Die Kruste wird zwar im Bräter sehr dick und knusprig, aber zu dominant im Geschmack, bzw. zu bitter. Das passt irgendwie nicht so gut zur Süße der Rosinen.

IMGP5080Im Buch No Knead Bread gibt es noch viele tolle Rezepte, die ich zum Teil auch schon ausprobiert habe. Allen gemein ist die Methode von Lahey. Sie beruht auf einer sehr langen Gehzeit und einem sehr feuchten Teig, der nicht geknetet werden muss. Eigentlich backt man das Brot dann im Bräter mit Deckel und bei den meisten Broten ist das auch die optimale Methode, weil man dadurch eine sagenhaft dicke und knusprige Kruste bekommt. Aber wie schon erwähnt gefällt mir die Baguettevariante bei diesem Rezept einfach viel besser.

IMGP5078Karotten-Rosinen-Walnuss-Brot

(Abgewandelt nach Jim Lahey, No Knead Bread, Faltmethode nach Aurélie)

Zutaten:

370 g Weizenmehl Type 550 plus Extra-Mehl zum Falten
30 g Roggenmehl Type 997
8 g Salz
2 g Hefe
350 g Karottensaft, am besten frisch gepresst, zur Not auch gekauft
100 g Rosinen oder Korinthen
85 g Walnüsse grob gehackt
8 g gemahlenen Kreuzkümmel (wer mag kann vor dem Backen noch ein paar ganze Samen auf die Teigoberfläche streuen)

Zubereitung:

In einer großen verschließbaren Schüssel Mehl, Salz, Rosinen, Walnüsse und gemahlenen Kreuzkümmel mischen. Die Hefe in etwas Karottensaft auflösen und mit dem restlichen Saft zur Mehlmischung geben. Mit einem Holzlöffel oder mit der Hand möglichst schnell in kreisenden Bewegungen die Flüssigkeit unter das Mehl ziehen. Gerade so lange rühren bis sich alles einigermaßen gut vermischt hat. Die Schüssel mit dem Deckel verschließen und bei Raumtemperatur ca. 18 bis 24h gehen lassen. Wenn der Teig sehr stark hochgeht und den Deckel absprengt, kann man ihn zwei, dreimal mit den Fäusten nach unten drücken, sodass die Luft entweichen kann.

Nach der Gehzeit ein Backblech mit Backpapier belegen. Den Teig mit einem Teigschaber auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben und falten. Wie man dabei vorgehen kann zeigt Aurélie in einem Video über Baguette. Die Prozedur, die sich auf französisch le faconnage nennt, hat sie von einem Bäcker gelernt. Allerdings ist der Teig des Karottenbrots wesentlich feuchter als der eines normalen Baguettes. Aber man sollte bei der Faltmethode nicht versucht sein viel Mehl zu verwenden, sonst geht der Effekt des feuchten Teigs verloren, der dem Brot seine Gehkraft und eine schöne Kruste beschert. Lieber öfter dünn mit Mehl besprenkeln als einmal Unmengen drauf kippen. Viel hilft hier nämlich nicht viel!

Die geformten Baguettes auf das Backblech legen, leicht bemehlen und mit einem trockenen Tuch abgedeckt eine halbe Stunde bis Stunde gehen lassen. Im vorgeheizten Backofen bei 220-240 Grad Ober-Unter-Hitze backen. Die Baguettes sollen außen gut gebräunt sein, was ca. 30 bis 35 min dauert. Ich habe im Gegensatz zu Aurélie keine Wasserschale in den Ofen geschoben.

Viel Spaß beim Nachbacken und Genießen!

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17 Gedanken zu „Karotten-Rosinen-Walnuss-Brot“

  1. Echt nur 2 g Hefe? Das reicht? Ich habe bei vergleichbaren Broten (Artisan Bread und das von Jamie Oliver) so zwischen 12 und 15 g benutzt. Könnte man statt des Möhrensaftes auch lauwarmes Wasser benutzen oder ändert sich dann was am Mehl-Feuchtigkeits-Verhältnis? Ich brauche Gewissheit, bevor ich nachbacke 😉

    1. Durch die lange Fermentation haben die Hefen genug Zeit zu wachsen. Und die Zeit ist wirklich das Entscheidende. Also da lieber nix verkürzen. Manchmal hab ich auch 4 g Hefe genommen, aber nicht mehr. Das braucht es wirklich nicht. Man kann auch Wasser nehmen, ungefähr die gleiche Menge wie Karottensaft. Evtl. reichen auch 300g Wasser. Der Teig muss so feucht sein, dass man ihn nicht wirklich kneten könnte ohne dass alles an den Händen klebt. Du kannst auch halb Apfelsaft und halb Wasser nehmen. Das passt bestimmt auch gut rein.

    1. 2 g frische Hefe reicht bei diesem Rezept wirklich aus. Die Feuchtigkeit des Teigs und die lange Gehzeit bewirken das gute Wachstum der Hefe. Wobei auch genug Zeit ist, um genug Gluten zu bilden, was dem Brot die Elastizität verleiht. Das ist ja das geniale am No Knead Bread: ein sehr feuchter Teig, eine sehr lange Gehzeit, dafür wenig Hefe und kein Kneten. Es funktioniert, probier es aus!

  2. Diese Kombination aus Rosinen, Nüsse und Karotte ist bestimmt wunderbar. Ich liebe Rosinen und wurde jetzt am liebsten ein Stück davon mit etwas Butter verspeisen. Sieht sehr gelungen aus,gratuliere.glg

  3. das brot werde ich bei zeiten probieren!
    hast du ein gutes rezept für hefezopf bzw. briocheteig?
    wäre sehr dankbar für einen beitrag zu luftig lockerem buttrig feinem süßem hefeteig!

    1. Bisher habe ich noch kein Rezept für Hefeteig gepostet, aber was nicht ist, kann ja noch werden ;-)! Mal schaun was sich da machen lässt!

  4. Ja schau, das gefällt mir aber seeeeehr gut! Wie gut, dass ich der Küche gerade ein Teig fertig wird. :-)

    Ich werde wohl künftig ein paar Extra-km beim Laufen schieben müssen, wenn die Brote nicht direkt auf meine Hüften wandern sollen. Ich habe den 2. Teig übrigens auch ein Eck trockener gemacht: nach 15 Stunden (Originalzutaten) noch eine extra Tasse Mehl reingerührt, das steht jetzt von der Früh bis am Abend (ca. 10 Stunden) und wird dann verbacken.
    Ich habe früher mit Begeisterung Sauerteigbrot gebacken, bis ich draufgekommen bin, dass ich Roggen überhaupt nicht gut verdauen kann. Jetzt bin ich froh, eine Alternative gefunden zu haben und demnächst probiere ich es mit Dinkel.
    liebe Grüße, Paula aus Wien

    1. Schön, dass dir das Rezept gefällt! Ich dachte ich bin mal so frech und leite dich von Moey einfach mal hier her ;-)! Und wir denken nicht über Kalorien und Kohlenhydrate nach, nein, nein! Das bringt nur Unglück ;-)! Grüßle

  5. Ein unheimlich leckeres Brotrezept. Für einen Hobbybrotbäcker wie mich, war der Teig nicht wirklich sehr feucht. Ich fand ihn gut händelbar.
    Ein großes DANKE Simone. Das Brot wird unser Weihnachtsmenü eröffnen.

    Ciao a presto e Buon Natale
    Werner

    1. Lecker, gell?! Hab ich doch gewußt, dass du als Hobbybrotbäcker damit keine Schwierigkeiten hast. Das händeln eines feuchten Teiges will aber erst mal gelernt werden, wenn man nicht so häufig backt! Dann muss man sich schonmal was einfallen lassen, wenn die Finger kleben ;-)! Freut mich, dass dir das Brot gut gefällt! Ich find’s auch total klasse! Buon Natale :-)

  6. Eine Frage zu diesem super-ansprechend ausschauenden Brot, das ich sehr gerne backen möchte: 8 g Cumin?? Ist das nicht ein wenig viel? Das ist ja fast 1/4 der Gesamtmenge in einem Brecht-Gewürze-Gläschen … Ich finde Cumin sehr intensiv – kommt bei dieser Menge überhaupt noch ein anderer Geschmack zum Tragen?
    Ich denke, das kann man nach Gusto variieren, ich habe mich nur gewundert über diese – in meinen Augen sehr große Menge an Kreuzkümmel.

    LG
    Heike

    1. Hallo Heike, also 8g Kreuzkümmel sind ungefähr ein gehäufter Teelöffel, evtl. etwas mehr. Für die Menge an Brot also genau richtig für meinen persönlichen Geschmack. Ich finde nicht, dass es zu stark herausschmeckt. Ein Brot ist zum Beispiel auch nicht mit Gemüse zu vergleichen. Bei Gemüse, kommt natürlich auf die Menge an, kann ein Teelöffel unter Umständen etwas viel sein. Aber jeder hat da wohl sein persönliches Limit an Intensität. Wenn du empfindlicher auf den Geschmack reagierst, dann nimm einfach weniger. Gutes Gelingen!

  7. Hallo Simone,

    das Brot schmeckt einfach himmlisch! Ich habe zwar etwas weniger Kreuzkümmel verwendet, da ich dieses Gewürz vom Kochen als sehr dominant kenne, aber hier in dem Brot ist er wunderbar harmonisch und fast nicht zu erkennen. Vielen Dank für dieses Rezept, das werde ich gewiss noch oft backen!!
    VG
    Heike

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