Indisch Kochen Teil 1

Ich habe euch ja bereits das Buch Indien Das Kochbuch von Pushpesh Pant beim Rezept für gefüllte grüne Chilischoten mit Tamarinde vorgestellt und versprochen, dass ich euch noch weitere Gerichte daraus zeige. Ich hoffe ihr hattet bis jetzt Geduld, denn heute ist es endlich so weit.

Ein indisches Mahl besteht, wie ausführlich im Buch beschrieben, aus vielen verschiedenen Gerichten, die alle gleichzeitig auf den Tisch kommen. Da ist nix mit Vorspeise, Hauptspeise, Nachspeise, nee, nee! Dafür kann man mit Herzenslust aus dem Vollen schöpfen. Das gefällt mir ausgesprochen gut, denn dadurch kann man seiner Genussleidenschaft vollen Lauf lassen und die Sinne werden ausführlichst bedient.

IMGP8685Das Buch ist über und über gefüllt mit Rezepten, was einem die Auswahl nicht gerade leicht macht. Dafür kann ich mit diesem Kochbuch noch sehr viele leckere Kochsessions veranstalten und dabei immer wieder Neues auf den Tisch zaubern. Für ein reichhaltiges Mahl habe ich diesmal sättigende, fleischlastige, frische, cremige, fruchtige, soßenlastige und leichte Gemüsegerichte miteinander kombiniert. Dabei waren mildes Mango-Pickle, Ingwer-Chutney, Rote Beete-Chutney, Gurken-Raita, Paneer (selbstgemachter Käse) mit Erbsen, Pfefferhähnchen aus Chettinad, Lamm-Kebabs, Auberginen in Joghurtsoße, Blattkohl aus Kaschmir, scharfes Tomatencurry, gefülltes Spinatfladenbrot (eigentlich 2 Gerichte aus dem Buch kombiniert) und gebratener Reis. Ein Kokos-Chutney war zwar auch dabei, aber auf das werde ich nicht weiter eingehen, da ich statt frischer Kokosnuss eingeweichte Kokosraspel genommen habe und das Chutney dadurch totaler Murks wurde. Geschmacklich ganz gut, aber die Konsistenz hat mir überhaupt nicht gefallen. Das muss ich wohl irgendwann nochmal mit frischer Kokosnuss machen.

Das Mango-Pickle hab ich nicht wie im Buch beschrieben zubereitet, sondern völlig frei Schnauze abgewandelt, denn ich hatte keine 9 Tage Zeit, die Mangos durchziehen zu lassen. Außerdem habe ich normal reife und keine grünen Mangos verwendet, was mich aber im Endergebnis überhaupt nicht gestört hat. Ich fand das Pickle, was dann wohl eher einem Chutney ähnelte total lecker und vor allem zum gefüllten Spinatfladenbrot war es der absolute Knaller!

IMGP8682IMGP8711Das Ingwerchutney sieht nicht besonders schön aus aufgrund der braunen Tamarindenpaste, aber geschmacklich konnte es mich absolut überzeugen. Leicht säuerlich, ingwerwürzig und nussige Noten durch den angerösteten Senf.

IMGP8677Ganz im Gegensatz zum rote Beete Chutney, das allein schon der Farbe wegen ein richtiges Highlight auf dem Tisch war. Lecker cremig und für Korianderliebhaber wie geschaffen.

IMGP8674Von der Gurken-Raita habe ich leider kein Foto, aber das Rezept dazu findet ihr trotzdem ganz unten, da es fix zubereitet und herrlich erfrischend ist. Zu den Lamm Kebabs war das einfach super lecker.

Was ihr auf jeden Fall für’s Indisch Kochen braucht ist ein guter großer Steinmörser, denn auf die bereits gemahlene Variante würde ich eher nicht zurück greifen, da ganze Gewürzkörner von vornherein ihr Aroma länger behalten und dazu viel besser angeröstet werden können, was ihr Aroma noch weiter verstärkt. Außerdem macht sich doch so ein schicker Steinmörser ganz toll auf der Küchenanrichte. Mir jedenfalls macht es super viel Spaß Gewürze nach dem Rösten zu zermörsern. Ich halte immer wieder die Nase in den Mörser und stoße laute Ahhhhs, Ohhhhs und Mhhhhs dabei aus. Einfach nur herrlich!!!

Heute also Pickle, Chutney und Raita-Time. Beim nächsten Mal gibt’s dann Paneer mit Erbsen, Pfefferhähnchen und Lamm-Kebabs. Die übrigen Rezepte werde ich euch auch noch zeigen, aber: “Gut Ding will Weile haben!” sagt man doch so schön!

Mildes Mango Pickle

(Aam ka Achar)
(Abgewandelt nach Indisch Das Kochbuch, Pushpesh Pent, Edel Verlag)

Zutaten für 2-4 Personen:

2 reife Mangos entsteint und in kleine Würfel
1 TL Kurkuma
1-2 EL Limettensaft
Salz
helles Sesamöl
1 TL Schwarzkümmelsamen
1 TL Bockshornkleesamen
2 EL Senfsamen
1 EL Kreuzkümmelsamen
1 EL Koriandersamen
1/2 TL Chilipulver
1 Knoblauchzehe

Zubereitung:

Alle Gewürze in einer Pfanne trockenrösten und im Mörser fein vermahlen. 2 EL Sesamöl in einer Pfanne erhitzen und die Knoblauchzehe hineinreiben. Bei mittlerer Hitze kurz mitdünsten, dann die Gewürze dazu, gegebenenfalls noch etwas Öl hinzufügen und alles verrühren. Die Mangowürfel hinzufügen, salzen und 1 min unter Rühren erhitzen. Limette unterrühren und abschmecken. Besonders lecker fand ich das zu den in der Pfanne gebackenen Fladenbroten.

Ingwer-Chutney

(Adrak ki Chutney)
(Abgewandelt nach Indisch Das Kochbuch, Pushpesh Pent, Edel Verlag)

Zutaten für 4-6 Personen:

1 EL helles Sesamöl
5 cm frischer Ingwer fein gerieben
125 ml Tamarindenpaste ohne Kerne (Asialaden)
1-2 TL Palmzucker oder Muscovadozucker
1 TL Kreuzkümmelsamen
1 kleine Knoblauchzehe gerieben
1 TL Senfkörner
4 Curryblätter getrocknet
1 rote Chilischote
1 Prise Asantpulver (Teufelsdreck)
Salz

Zubereitung:

Alle ganzkörnigen Gewürze in einer Pfanne trocken anrösten, Curryblätter erst am Ende kurz mitrösten und alles im Mörser zerstoßen. Die Senfkörner fangen lustig an herumzuspringen, fast wie Popcorn. Popsenf sozusagen. Den Ingwer und Knoblauch in Sesamöl ca. 1-2 min anschwitzen, alle Gewürze hinzufügen bis auf das Asantpulver und im Öl kurz mitbraten. Asantpulver und Salz dazu geben und alles mit Tamarindenpaste und Zucker im Mixer pürieren. Je nach Konsistenz der Tamarindenpaste evtl. etwas Wasser hinzufügen.

Rote Beete Chutney

(Beetroot Thuviyal)
(Abgewandelt nach Indisch Das Kochbuch, Pushpesh Pent, Edel Verlag)

Zutaten für 4-6 Personen:

3 EL Olivenöl
1 1/2 TL Senfkörner
2 EL Kichererbsen aus der Dose, abgespült
1/2 TL Asantpulver
1-2 getrocknete rote Chilischote
1 frische grüne Chilischote, entkernt und gehackt
2 mittelgroße rote Beeten, geschält und geraspelt
3-4 EL Tamarindenpaste
2 EL Koriandergrün
Salz

Zubereitung:

Die Senfkörner trocken rösten und im Mörser vermahlen. Senfmehl, Kichererbsen, Asantpulver und rote und grüne Chilis kurz anschwitzen, dann die rote Beete Raspel dazu geben und ca. 7 min bei niedriger Hitze weich braten. Eventuell etwas Wasser dazu geben.

Rote Beete mit 2-3 EL Wasser, Tamarinde, Koriander und eine gute Prise Salz im Mixer pürieren. Abschmecken.

Gurken-Raita

(Kakdi ka Raita)
(Abgewandelt nach Indisch Das Kochbuch, Pushpesh Pent, Edel Verlag)

Zutaten für 2-4 Personen:

250 g Vollmilchjoghurt oder griechischer Joghurt
1 1/2 Salatgurken, geschält, entkernt und geraspelt
1 TL gerösteter und gemahlener Kreuzkümmel
kleine Handvoll Koriandergrün fein geschnitten
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Die geraspelte Gurke im Sieb abtropfen lassen und mit den Händen etwas ausdrücken um überschüssiges Wasser zu entfernen. Alle Zutaten miteinander verrühren und abschmecken.

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12 Antworten auf Indisch Kochen Teil 1

  1. Das Spinatfladenbrotrezept – bitte. Bittebitte!

    • Simone sagt:

      Ja, ja , ja! Das Rezept kommt ganz bestimmt! Das musst du unbedingt ausprobieren. Ein wenig Geduld musst du allerdings noch aufbringen ;-) !

  2. Akaleia sagt:

    Liebe Simone, mal wieder ein großartiger Eindruck, den Du bei mir mit dieser “Mahl-Vorstellung” hinterlassen hast. Wir besitzen auch ein paar Mörser und es ist wirklich ein Fest der Sinne wenn man die Samen nach dem Rösten zermalt…wunderbar!
    HG nach Würzburg sendet Dir
    Birgit

  3. Sinus sagt:

    Das sieht wirklich verdammt lecker aus! Ich habe sooo hunger!

  4. Tami sagt:

    Ich liebe indisches Essen! Vor allem wenn man es selbst daheim zubereit. Auch wenn es meistens relativ lang dauert (siehe Mango-Pickle 9 Tage ziehen lassen ;-) ) aber es lohnt sich auf alle Fälle. Die Zubereitung ist schon fast ein zelebrieren der einzelnen Gewürze.

    • Simone sagt:

      Ja da hast du absolut Recht! Wenn ich mal Zeit und Muße habe muss ich das Mango-Pickle auch mal in der originalen Variante ausprobieren. Nur woher soll ich eine grüne Mango bekommen? Das wird nicht einfach!

      • B.Nippert sagt:

        hi Simone,
        du kriegst eher grüne als rote…..
        einfach zum Schraut und Baunach (Pavillion) im Gewerbegebiet drüben ,da bekommst du die . 2- 3 Tage Vorbestellt sogar mit Garantie.
        Gruß Bernd
        übrigens in der Nbg, Straße hat ein Asia Laden aufgemacht, gut sortiert !

        Gruß Bernd

        • Simone sagt:

          Meinst du grüne oder rote Mangos?
          Den Asia Laden in der Nürnbergerstr. kenn ich, allerdings gehe ich bisher lieber in den in der Semmelstr. Trotzdem Danke für den Tipp :-) !

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