Ich, das Kochblog-Küken oder wie ich zum No-Knead-Bread kam!

Ich muß gestehen, ich lese erst seit ca. einem halben Jahr Kochblogs. Vorher hab ich mich eigentlich nur von Kochbüchern und Zeitschriften inspirieren lassen. Ich muß deshalb einer Buch-Autorin ganz besonders dankbar sein, nämlich Pim Techamuanvivit. Ihr Werk ‚Das Foodie-Handbuch’ ist mir irgendwann im letzten Jahr in einem Laden ins Auge gestochen und ich hab es mit nach Hause genommen. Nach gewissenhafter Lektüre des Buches wollte ich im Internet ein wenig über die Autorin herausfinden und bin dabei auf ihren Blog Chez Pim gestoßen. Als ich dann gemerkt habe welches Ausmaß das Kochblog-Universum im Netz eingenommen hat war ich erst mal total geplättet! In der darauf folgenden Zeit war ich nur am Lesen und am Füttern meines Readers. Ich hatte zwischendurch ein ganz beklemmendes Gefühl, weil ich mir dachte: Oh mein Gott, was hast du alles verpasst!

Mittlerweile bin ich aber, glaub ich, ganz gut angekommen in der Blogosphäre und es macht mir riesig Spaß! Das Tolle ist, dass ich noch viel mehr als bisher, das Kochen mit dem Fotografieren verbinden kann. Auch wenn ich, was das Fotografieren betrifft ein totaler Neuling bin.

Nachdem ich mich ein wenig in die Blog-Welt eingelesen hatte, sind mir natürlich gleich die absoluten Klassiker unter die Nase gerieben worden. Rezepte, die quasi schon von fast jedem Kochblogger nachgekocht oder –gebacken wurden. Eines dieser Rezepte hat es mir besonders angetan. Zum Einen, weil ich schon lange nach einem ultimativen und kinderleichten Brot-Rezept gesucht habe und zum Anderen weil mir die Art der Zubereitung sehr gefällt. Zum Backen benutzt  man einen Bräter mit Deckel.

IMGP1048Es handelt sich um das No-Knead-Bread von Jim Lahey, das 2006 in der New York Times veröffentlicht wurde. Pim Techamuanvivit backt ihr Brot übrigens auch auf diese Art und Weise. Und ich bin begeistert wie einfach und erfolgreich dieses Rezept ist. Besonders die Kruste hat es mir angetan, die ich bei meinen bisherigen Backversuchen vergeblich vermisst habe. Bei diesem Rezept gelingt sie mir immer!

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Das Original-Rezept (eine weitere sehr schöne und detaillierte Beschreibung in 4 Teilen gibt es bei Katarina von esskultur.at) ergibt ein Brot, das eine großporige und sehr elastische, leicht zähe Krume hat. Petra von Chili und Ciabatta ist schon so lange im Bloggeschehen dabei, dass sie tatsächlich das Brot direkt nach Erscheinen des Artikels in der New York Times nachgebacken und für gut empfunden hat. Tja, ich sag doch, ich hab durch meinen späten Einstieg so einiges verpasst. Aber das hält mich nicht davon ab, das Brot jetzt nachzubacken.

Allerdings mag ich genauso gerne feinporige weiche Krumen und deshalb hab ich das Original-Rezept leicht abgewandelt:

Brot im Topf

(Abgewandelt nach No Knead Bread, Jim Lahey)

Zutaten

550 g Mehl Typ 550 (Original-Rezept: 435 g Mehl)
2 gestrichene TL Salz
5 g Frisch-Hefe
345 g Wasser

Zubereitung

Alle Zutaten in einer großen verschließbaren Schüssel möglichst schnell mit der Hand vermischen, nicht kneten. Es entsteht ein leicht feuchter Teig. Bei Verwendung der Mehlmenge des Original-Rezepts wird der Teig wesentlich feuchter. Die Schüssel mit einem Deckel oder Frischhaltefolie abdecken und 12-24 Stunden bei Raumtemperatur gehen lassen.

Nach der Gehzeit sollte der Teig von Blasen durchzogen sein und beim Kippen der Schüssel zieht der Teig am Rand breite Fäden. Die Arbeitsfläche mit Mehl bestreuen und den Teig mit einem Teigspatel aus der Schüssel holen und auf das Mehl geben.

Der Teig wird nun nach folgendem Schema gefaltet:

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Den Teig nach oben und unten behutsam dehnen.

Den oberen Teil über die Mitte nach unten schlagen und den unteren Teil nach oben falten. sodass 3 Lagen entstehen.

Jetzt den Teig vorsichtig nach rechts und links dehnen und genau wie beim Schritt davor die seitlichen Drittel über die Mitte schlagen.

Den Teig ganz behutsam falten und möglichst wenig drücken, damit die Blasen nicht kaputt gehen. Den gefalteten Teig mit der Nahtstelle nach unten auf ein bemehltes Handtuch geben, einwickeln und in einen großen Sieb geben. Mindestens 2 Stunden bei Raumtemperatur gehen lassen. Der Teig ist richtig gegangen, wenn sich eine eingedrückte Delle nur ganz langsam zurückbildet. Wenn der Teig noch zu elastisch ist, dann weiter gehen lassen.

Kurz vor Ende der Gärzeit einen runden Bräter mit Deckel (ca. 24 cm Durchmesser) auf 230 Grad Umluft vorheizen. Den Teig mit der Nahtstelle nach oben vorsichtig in den Bräter geben. Ich benutze dafür das Handtuch in dem der Teig eingewickelt ist und lasse den Teig einfach aus dem Tuch in den Bräter gleiten. Aber ohne Schwung, damit der Teig nicht in sich zusammen fällt. Deckel drauf und 30 min backen. Dann den Deckel entfernen und weitere 15 bis 20 min backen. Das Brot aus dem Bräter stürzen und vor dem Anschnitt 1 Stunde auskühlen lassen. Das Brot sollte sich beim Klopfen auf die Unterseite hohl anfühlen. Falls das nicht der Fall sein sollte, kann man das Brot, solange es noch nicht ausgekühlt ist, fertig backen.

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27 Antworten auf Ich, das Kochblog-Küken oder wie ich zum No-Knead-Bread kam!

  1. Ina sagt:

    Bin gerade zufällig über deinen Blog gestolpert, und muss sagen: wunderschön, und sofort sympathisch! Aber mach dir mal keine zu großen Kopf mit den Fotos: Die sehen echt toll aus!
    Da werd ich wohl noch öfter vorbeischauen… :)

    Liebe Grüße, Ina

  2. barcalex sagt:

    Ich bin ja ein ziemlicher Brotback-Muffel. Die lange Vorbereitungszeit nervt mich immer sehr – trotzdem sollte ich es wiedermal versuchen, vielleicht sogar mit diesem Rezept.

    • Simone sagt:

      Ich backe mein Brot fast nur noch auf diese Art und Weise und deshalb hab ich den Ablauf quasi schon intus. Am frühen Abend ansetzen und am nächsten Abend backen. Über Nacht ausdampfen lassen, dann kann man es frisch mit Marmelade zum Frühstück genießen. Und die einzelnen Schritte, bei denen man wirklich Hand anlegen muß, sind nicht wirklich zeitaufwendig.

  3. lamiacucina sagt:

    auf deinen (noch) kleinen, aber feinen Blog kannst du schon mal stolz sein.

  4. Ulrike sagt:

    Ja, dieses No-knead-bread eignet sich gut zum Einstieg in das Brotbacken, zu meinen Standardbroten zählt es allerdings nicht.

  5. Simone sagt:

    @Robert
    Dankeschön! Der Meister persönlich schaut bei mir vorbei :) !

    @Ulrike
    Da muß ich gleich mal gucken, welches Brot dein Standardbrot ist ;) !

    • Ulrike sagt:

      Das dürfte schwierig sein, denn im Blog sind so ca 180 Brotrezepte und ich weiß nicht wie viele Brötchenrezepte ;-) , meine Familie bemängelt, es gäbe selten dasselbe Brot doppelt!

      • Simone sagt:

        Oja, das kenn ich! Mein Mitesser steht sehr auf trockene Kuchen und das Gejammer ist dann immer groß, wenn es nicht den Marmorkuchen von letzter Woche gibt! Er gibt dann aber Ruhe, solange die Dose mit lecker Keksen gefüllt ist. Und da kann ich mich dann austoben, weil er so gut wie alle Kekse mag. Hab zwecks Brotrezepten schon ein bisle bei dir gestöbert und ja es ist schwierig ;) ! Bin bisher völlig unerfahren was Sauerteig angeht, aber reizen würd er mich schon! Mal sehn, hab so viel vor :) ! Wie war das nochmal mit den 10 Tatsachen an denen man einen Foodblogger erkennt… ;)

  6. Sylvia sagt:

    Das Brot ist wirklich klasse und Deine Fotos find ich super!

  7. Du sagst, beim Fotografieren wärst du Neuling? Dann bist du ausgesprochen hochbegabt :-) Im Ernst, das sieht alles ganz klasse aus. Großes Kompliment!

    Das Brot muss ich doch auch mal wieder in den Topf werfen ;-)

    • Simone sagt:

      Hallo Petra,
      schön dich hier zu sehn! :) Vielen Dank für dein Kompliment! Ich fühle mich sehr geehrt! Ich finde deinen Blog sehr klasse! Was du schon alles gekocht und gebacken hast! Und dazu so kreativ und abwechslungsreich! Hut ab!
      Ich bin tatsächlich völliger Neuling, was das Fotografieren mit einer Spiegelreflexkamera angeht. Die Kamera ist gerade mal etwas über einen Monat alt und wird von mir wie ein kleines Baby behandelt, weil sie mir so viel Freude macht! Bisher hab ich nur meine Digicam benutzt und wußte nix von Bildwinkel oder ähnlichem. Hab mich deshalb in den letzten Wochen ein wenig im Netz schlau gemacht und ein sehr netter Freund hat mir mit dem Blog geholfen und mir eine kleine Photoshop-Einweisung gegeben. Worüber ich sehr dankbar bin, da es mir schon einiges gebracht hat.
      Vielleicht kommst du ja jetzt öfter mal hier vorbei, ich würd mich freun!
      Grüßelein
      Simone

  8. vera sagt:

    Ich werde es ausprobieren. Suche nur noch denjenigen, der mir den Le Creuzet-Topf schenkt ,)

  9. Dana sagt:

    Willkommen im Bloggerland! Ich freu mich schon auf Deine Einträge und Rezepte.

    Liebe Grüße
    Dana

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  12. Paula sagt:

    du Glückliche! Du hast einen Le Creuset der durch und durch aus Eisen ist, meiner ist leider mit Plastikknopf, darum backe ich im Pyrex, das geht auch :-)

    • Simone sagt:

      Und das Tolle ist, dass das ja gar kein teurer Le Creuset ist. Ich liebäugel im Moment mit einem von Staub, da ist der Knopf auch aus Metall. Der ist zwar auch sehr teuer, aber er sieht einfach nur fantastisch aus :-) . Irgenwann leg ich mir so einen mal noch zu!

  13. Thomas Sixt sagt:

    Phantastisches und einfaches Rezept und tolle Anleitung und Bilder. Brot Rezepte ohne Brotbackmaschine finde ich köstlich. Bitte noch mehr davon. P.S. Einziger Nachteil bleibt die lange Gehzeit :-)

  14. angysun sagt:

    Hi Simone, ich bin durch Zufall auf deine tolle Seite gelangt….ich bin begeistert!!!!

    Hab die Brote probiert und kann nur sagen: DANKE DIR!!!! Wir sind alle begeistert!!!! Noch nie ist mir ein Brot so gelungen, wie nach deinem Rezept!!!!!

    Danke Danke Danke!
    Lieben Gruß aus Kärnten

    Angy

    • Simone sagt:

      Hallo Angy, das freut mich ja total, dass die Brote so gut gefallen. Ich liebe meine No Knead Bread Rezepte auch sehr, da sie wirklich narrensicher sind. Ich habe übrigens herausgefunden, dass, wenn man das Brot komplett mit ungeöffnetem Deckel backt, das Brot eine noch dickere und krachigere Kruste bekommt. Kurz vor Ende der Backzeit mal einen prüfenden Blick in den Bräter werfen, nicht dass das Brot verbrennt. Grüßle

  15. palms49 sagt:

    Hallo Simone
    bin auch erst vor kurzem auf dieses Rezept gestoßen…super!!!
    Ich tu oft ein bisschen mehr Hefe hinein dann wird es wieder großporiger was wir mögen.
    Alle anderen Rezepte und vor allem deine Fotos sind auch toll.
    Viele Grüsse aus Luxemburg
    Alexandra

  16. Pingback: Tomatenbutterbrot = Lieblingsbrot | Pi mal Butter

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