Tofu Stir Fry mit Baby Pak Choy und Sobanudeln

Ab und zu krieg ich nen Asia-Jeeper, sehr oft gepaart mit Gelüsten auf Tofu. Dann kann es gar nicht schnell genug in den Asiamarkt meines Vertrauens gehen, um den Vorrat an Zutaten für den rasanten Wok-Tanz aufzufüllen.

Asiatische Küche hat mich schon als kleines Kind magisch angezogen. Die damals noch unbekannten Gewürze und Aromen fand ich einfach total interessant und ich wollte mit der Zeit nicht nur auswärts, sondern auch zu Hause Asia-Gerichte essen. Mein allererstes eigenes Kochbuch ist deshalb eines der thailändischen Küche, das ich noch während meiner Schulzeit von einem Freund meiner Eltern geschenkt bekommen habe. Dieses Buch und der Umstand, dass ich eine Zeit lang vegetarisch gelebt habe, waren quasi die Auslöser meiner eigenen Küchenexperimente, denn meine Eltern waren von der Asiaküche und vom Vegetariertum nicht sonderlich zu überzeugen. So blieb mir nichts anderes übrig als mich selbst an den Herd zu stellen und drauflos zu werkeln. Mittlerweile esse ich wieder Fleisch, allerdings achte beim Kauf auf die Herkunft und genieße lieber Klasse statt Masse.

IMGP2526Schon damals habe ich den Spaziergang durch unseren gut sortierten Asiamarkt sehr genossen und noch heute muß ich für dortige Besuche immer ein wenig mehr Zeit einplanen, denn man kann immer wieder was Neues entdecken und Inspirationen sammeln.

Ein asiatisches Gemüse mag ich besonders gern, und zwar den Baby Pak Choy, auch Senf- oder Blätterkohl genannt. Ich finde er sieht einfach total putzig aus, er ist intensiver im Geschmack als sein großer Verwandter, der normale Pak Choy und er eignet sich wunderbar als Ausgleich, wenn mal mal wieder mit Kuchen, Desserts und mächtigen Hauptgerichten über die Stränge geschlagen hat. Nach Tagen der Völlerei gelüstet es mich sozusagen öfter mal nach Baby Pak Choy und Tofu. Ein schnelles und leichtes Gericht aus diesen Zutaten stelle ich euch deshalb heute vor. Inspiriert hat mich dabei das Tofu Stir Fry Rezept bei Martha Stewart. Gepimpt habe ich es noch mit ein paar Sobanudeln, denn wenn schon gesund, dann richtig!

Sobanudeln sind hell bis mittelbraune Nudeln aus Buchweizenmehl. Sie zeichnen sich durch einen leicht nussigen Geschmack aus, liefern wertvolles Protein und Vitamin B und sind typisch japanisch. Ein Brauch in Japan ist es sie in der Nacht zum neuen Jahr zu verspeisen, da sie als Symbol für ein langes Leben stehen. Und das Schlürfen der Nudeln gehört im wahrsten Sinne des Wortes zum guten Ton. Wer noch mehr zum Thema Soba lesen möchte der gehe zur Botschaft von Japan. Im Moment hört man zwar in den Medien nicht mehr allzu viel über das Atomunglück in Japan, allerdings sind dort die Folgen immer noch nicht absehbar und die Situation im Reaktor alles andere als sicher. Ich hoffe, dass das Schrecken in Japan bald ein Ende hat und auch bei uns endlich der Atomausstieg vollzogen wird.

IMGP2536Tofu Stir Fry mit Baby Pak Choy und Sobanudeln

Zutaten für 2 Portionen:

250 g fester Tofu (mein Favourit ist der Natur-Tofu von Alnatura)
2 EL Sojasoße dunkel
1 EL Reisessig
2 TL geröstetes Sesamöl
1 EL Rapsöl
2 Zwiebeln geschält und geviertelt
5 große braune Champignons, geputzt und geviertelt
½ Chilischote in feinen Ringen
4 Baby Pak Choy (weiße Stiele in Stücke und Blattgrün in breite Streifen geschnitten)
150 g Zuckerschoten quer halbiert oder in Drittel
1 Ingwerstück 2cm, geschält und fein gehackt
1 Knoblauchzehe gehackt
1-2 TL brauner Zucker
1 TL Kartoffelstärke
Salz
1 Limette

Zubereitung:

Den Tofu abtropfen lassen, mit Küchenpapier trocken tupfen, in 0,5 cm dicke Scheiben schneiden und die Scheiben einmal halbieren. In einer Schüssel Reisessig, Sojasoße und Sesamöl verrühren. Die Tofu-Stücke in die Marinade geben und gut mischen. 5 min marinieren und anschließend den Tofu auf einen Teller geben. Marinade aufbewahren. 1 TL Stärke in 1 EL kaltem Wasser anrühren.

1 EL Rapsöl im Wok oder einer großen Pfanne erhitzen und die Tofuscheiben von beiden Seiten anbraten. Auf einem Teller beiseite stellen. Restliches Rapsöl in die Pfanne geben und Zwiebelviertel bei kleiner Hitze mittelweich schmoren. Zucker dazu geben und unterrühren. Champignons zufügen und unter Rühren anbraten. Pak Choy Stiele, Zuckerschoten und gehackten Ingwer dazu geben. 5 min pfannenrühren.

1-2 EL Wasser, die Tofu-Marinade und die Stärkemischung hinzufügen und gut unterrühren. Den Tofu dazu geben und bei mittlerer Hitze 3 min köcheln. In der letzten Minute das Blattgrün vom Pak Choy dazu geben und kurz miterhitzen. Nach Bedarf etwas Wasser hinzufügen und mit Salz oder Sojasoße abschmecken.

Nach Belieben mit Limettenspalten servieren.

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Grüne Sellerieravioli mit Thymianbutter

IMGP4635Schon als kleines Kind habe ich meiner Oma fasziniert zugeschaut, wenn sie auf ihrem großen runden Holzbrett Eier-Bandnudeln gemacht hat. Sie hatte dafür lediglich ein normales Nudelholz zur Verfügung, aber ihre Nudeln waren trotzdem super dünn. Nach aussichtslosem Kampf – ich und mein Nudelholz versus Mister Nudelteig – schwöre ich allerdings schon seit vielen Jahren auf meine italienische Pastamaschine, die ich von meinen Mädels mal zum Geburtstag geschenkt bekommen habe. Das Nudelholz benutze ich nur noch, um den Teig ca. 1 cm dünn auszurollen, damit er später leichter durch die Maschine geht.

IMGP3336Normale Bandnudeln etc. habe ich bisher noch nicht so häufig damit gemacht, weil ich gefüllte Ravioli oder Tortellini so unheimlich gerne mag. Gekaufte Nudeln sind oft sehr langweilig und einfallslos gefüllt und deshalb mache ich sie am liebsten selbst. Da kann ich bestimmen was drin ist und was nicht.

IMGP4647Die Sellerie-Ravioli mit Thymianbutter gab’s bei uns vor zwei Jahren im Weihnachtsmenü als Beilage zum Rinderfilet. Yummi! Die waren so toll, dass ich sie extra für den Blog noch einmal gemacht habe, denn ich wollte sie euch nicht vorenthalten. Auch als eigenständiges Gericht können sie sich wirklich absolut sehen lassen.

Grüne Sellerieravioli mit Thymianbutter

(Abgewandelt nach einer Idee von Jamie Oliver, Besser Kochen mit Jamie)

Zutaten für 6-8 Personen:

Nudelteig:

600 g Pastamehl Type 00
2 TL Salz
2 Bio-Eier
80 g Wasser
50 g Tiefkühlspinat gekocht, püriert, passiert

Füllung:

1 große Sellerieknolle
2 Knoblauchzehen
¼ Chilischote
1/2 EL frische Thymianblättchen
Salz, Pfeffer, Olivenöl

Zum Servieren:

1 EL frische Thymianblättchen
4 EL Butter
Parmesan zum Bestreuen
nach Belieben Olivenöl zum Beträufeln

Zubereitung:

Sellerie schälen und in Würfel schneiden. Knoblauch und Chili fein hacken. Etwas Öl in einem großen Topf erhitzen und den Sellerie zusammen mit ½ El Thymian und etwas Salz und Pfeffer leicht braun anbraten. Auf mittlere Hitze reduzieren, Knoblauch und Chili hinzufügen und 3-4 min weiterbraten. 2 Schöpflöffel Wasser dazu geben und bei geschlossenem Deckel 20-25 min weich garen. Deckel öffnen und unter Rühren das restliche Wasser verdampfen lassen. Den Sellerie in ein schmales hohes Gefäß geben und pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, abkühlen lassen und in einen Spritzbeutel mit einer ca. 1 cm großen runden Öffnung füllen.

IMGP3327Spinat fein pürieren und durch ein Metallsieb streichen. Richtig fein bekommt man den Spinat allerdings nur mit einer Küchenmaschine, die ordentlich Power und geeignete Messer hat. Ich benutze dazu die alte Moulinette von meiner Mama. Ansonsten wäre Spinatpulver, das man zum Beispiel hier bekommt die passende Alternative. Bei Verwendung des Pulvers muß allerdings die Wassermenge für den Teig auf 150 g erhöht werden. Für mich funktioniert die Färbung mit Spinat ganz gut, wobei ich schon am Überlegen bin mir das Pulver mal zuzulegen, dann würde nämlich das anstengende Passieren durch den Sieb entfallen. (Nachtrag: Ich habe pürierten Spinat, den ich übrig hatte, dünn auf ein Backblech gestrichen und ein paar Stunden bei 50 Grad im Ofen getrocknet. Anschließend habe ich die getrockneten Spinatplatten in der Moulinette zu feinem Pulver gemahlen. Hat wunderbar funktioniert und nun muß ich wohl vorerst kein Spinatpulver kaufen. Jipieeeh!)

Alle Zutaten für die Nudeln mischen und zu einem glatten Teig kneten. In Frischhaltefolie wickeln damit der Teig nicht austrocknet.

IMGP3376Eine geeignete Arbeitsfläche mit Mehl bestreuen, den Teig in ca. 3 bis 4 Portionen teilen. In Folie gewickelt zur Seite legen. Eine Portion mit dem Nudelholz ungefähr einen Zentimeter dick ausrollen und mit einer Nudelmaschine nach und nach ausrollen. Angefangen mit der höchsten Stufe bis schließlich die Stufe 1 erreicht ist. Dabei vor jedem Auswalzschritt den Teig gut von beiden Seiten bemehlen. Mit der Spritztüte teelöffelgroße Kleckse in geeignetem Abstand auf den Teig spritzen. Ich zeichne mir dafür vorher mit dem Ausstecher die Form leicht auf dem ausgerollten Teig an. Den Teig zwischen den Klecksen leicht mit Wasser bepinseln und eine weitere Nudelbahn darüberlegen.  Mit den Händen die Luft herausdrücken und dabei die Teigbahnen um die Füllung fest zusammendrücken. Mit einem Ausstecher (ca. 5 cm Durchmesser) Ravioli ausstechen und auf ein bemehltes Backblech legen.

Die Nudeln in siedendem Salzwasser ca. 3-4 min kochen. In einer Pfanne Butter schmelzen, Thymian hinzufügen und erhitzen. Die gekochten Nudeln in der Thymianbutter schwenken. Auf Tellern anrichten und mit geriebenem Parmesan bestreut servieren. Nach Belieben etwas Olivenöl über die Nudeln geben. Buon Appetito!

IMGP4641Übrige Ravioli lassen sich roh prima einfrieren. So kann man trotzdem auch wenn’s mal schnell gehen muß ruck zuck ein feines Essen zaubern. Die Nudeln einfach in gefrorenem Zustand in kochendes Salzwasser geben und ca. 5-6 min köcheln lassen.

Aus den Teigresten hab ich noch ein paar grüne Spaghetti produziert. Sehn schön aus, gell?!

IMGP3378Und bei Valeska von „fressen und gefressen werden“ hab ich gelernt sie auf einem Holzbügel zu trocknen. So einen schönen Baum wie Steph habe ich leider noch nicht! Deshalb mach ich das vorerst so:

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Selleriegnocchis mit Safransößle

Ich bin ja vor kurzem dem Wunsch des lieben Alex von Chef Hansen nach Pfannenfladenbrot gefolgt und weil’s Wetter heut so schö‘ ist hab ich mir gedacht es gibt mal wieder was nach seinem Gusto! Er hat sich nämlich die Selleriegnocchis mit Safransößle ausgesucht.

IMGP3051Eigentlich ist das ja eher ein winterliches Gericht, weil sehr sättigend und mit Knollengemüse, aber irgendwie sieht es durch seine safrangelbe Farbe sehr erfrischend aus und mit einem knackigen, sommerlichen Salätchen als Beilage kann das meiner Meinung nach auch bei Schönwetter-Temperaturen serviert werden.

IMGP3042Meinem Schnäbelchen hat’s jedenfalls sehr gut gemundet! Und wer Knollensellerie nicht mag oder keine Lust auf Wurzelgemüse hat, der serviert die Safransoße ganz einfach zu gebratenem/gegrilltem Fisch oder Huhn. Geht auch wunderbar!

IMGP2882ausschnittSelleriegnocchis mit Safransößle

(Rezept von mir)

Zutaten für 4 Personen:

600 g mehlige Kartoffeln
600 g Knollensellerie
2 Zweige Thymian
2 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
Prise Zucker
120 g Mehl
2 Eier
Muskat

Zubereitung:

Gemüse schälen und in mittelgroße Würfel schneiden. Mit Öl, Salz, Pfeffer und Zucker vermischen und auf ein beschichtetes Backblech geben. Bei 160 Grad Umluft ca. 45 min weich schmoren. Nach der Hälfte der Backzeit abgezupfte Thymianblättchen dazu geben. Wenn das Gemüse weich ist, alles durch eine Kartoffelpresse drücken. Mehl, 2 Eier, etwas Salz und Muskat dazu geben und untermischen.

IMGP3039Aus dem Kartoffel-Sellerie-Teig Würste mit 1,5 cm Durchmesser formen und mit einem Messer in 1 bis 2 cm große Stücke schneiden und mit den Zinken einer Gabel eindrücken. Alternativ mit einem Gnocchibrett die geschnittenen Stücke zu gerillten Gnocchis formen.

Safransoße:

50 g Schalotten zu Brunoise geschnitten
40 g kalte Butter
100 ml Weißwein
1 Tütchen Safran (ca. 1 g)
150 ml Sahne
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Kleine Schalottenwürfel in 20 g Butter bei mittlerer Hitze andünsten. Nur glasig, aber nicht braun. Weißwein angießen und Safran dazu geben. Zur Hälfte einkochen lassen, dann Sahne dazu und wieder zur Hälfte einreduzieren lassen. Die Soße pürieren oder durch ein Sieb passieren. Soße wieder leicht aufkochen lassen und 20 g kalte Butter in kleinen Flöckchen zugeben und schmelzen lassen. Durch die kalte Butter wird die Soße leicht angebunden und kann anschließend mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt werden. Evtl. vor dem Servieren mit dem Pürierstab einmal aufschäumen.

Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen, salzen und  Gnocchis darin ca. 3 min lang bei mittlerer Hitze gar ziehen lassen. Herausnehmen, abtropfen lassen und mit Safransoße servieren. Guten Appetit!

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Ligurische Trofie mit Gewürzragout

Heute gibt es zum ersten Mal ein Pastagericht. Ich kenne eigentlich niemanden der keine Pasta mag und mein Mitesser liebt sie ganz besonders. Deshalb wird im Italienurlaub immer reichlich Pastamehl und Fertig-Pasta gehortet und anschließend mit nach Deutschland geschleppt. Besonders beliebt und interessant sind bei meinem Mitesser und mir dann immer die regionalen Sorten, die in Deutschland kaum zu bekommen sind. Manchmal kommt man wirklich aus dem Staunen nicht mehr raus, dass es immer und immer wieder neue Ausführungen und Formen der Pasta gibt.

IMGP3083Und mit einer dieser vielen Pastasorten aus dem Urlaubspaket, habe ich das Gewürzragout zubereitet – die Trofie oder auch Trofiette genannt. Sie ist eine typische Nudelart aus Ligurien, die wir dort in einer Gastwirtschaft mit Pesto alla Genovese und mit Salsa di Noci serviert bekommen haben. Wobei es eher ein kleiner Familienbetrieb in einem winzigen Bergdörfchen in der Nähe von Levanto war, als eine richtige Wirtschaft. Quasi ligurische Hausfrauenküche von der Mamma persönlich gekocht und von ihren Kindern serviert.

IMGP3102Es war wirklich bisher eines unserer schönsten kulinarischen Erlebnisse in Italien. Da sieht man auch über die mangelnden Service-Kenntnisse oder über die geblümten Plastiktischdecken gerne hinweg. Denn wenn die Mamma die hausgemachten Nudeln in ihrer um die beleibten Hüften gebundenen Schürze aus dem Keller holt oder sie verschmitzt lächelnd in den Gastraum kommt und uns winkend grüßt, dann ist das einfach ein unbezahlbares und grandioses Erlebnis. Schön, wenn es solch feine Wirtsleute gibt, die einen an ihrer seit Jahrhunderten von den Großmüttern und Müttern an ihre Kinder und Enkel weitergegebenen Gerichte und Zubereitungen teilhaben lassen. Auch wenn die Küche dort wirklich sehr, sehr einfach ist, wir fanden’s toll. Der Laden ist übrigens fast immer ausgebucht, deshalb muß man unbedingt reservieren. Ein paar italienische Brocken sollte man deshalb beherrschen. Aber vielleicht klappt es auch mit Englisch wenn die Kinder der Mamma am Telefon sind. Das haben wir aber nicht ausprobiert.

IMGP3098Die Mamma bietet ein Menü (Wein, Bier, Wasser, Espresso und Grappa inklusive!!!) für ca. 25 Euro pro Person an. Dabei kann aus verschiedenen Nudelsorten und dazu unterschiedlichen Soßen eine Vorspeise (primi) gewählt werden. Einige Hauptspeisen, wie zum Beispiel geschmortes Kaninchen mit Taggiasca-Oliven, gegrilltes Wildschwein oder Sardinen stehen als secondo zur Auswahl. Wer dann noch was reinbekommt, weil die Portionen wirklich mehr als reichlich bemessen sind, kann sich anschließend noch ein dolci wie Tiramisu, Torta della Nonna oder Crema Catalana zur Brust nehmen. Dann braucht’s aber auch unbedingt den all-inclusive Grappa hinterher! Hier die Internetadresse für Interessenten.

Nun ja, ich schwelge schon wieder in Urlaubserinnerungen! Jetzt aber mal zurück zum Rezept. Eigentlich ganz schlicht und einfach und gar nicht italienisch, bis auf die Trofie-Nudeln, weil es im Endeffekt ein was bekomme ich gerade frisch im Ladenregal-, worauf hab ich Lust- und ohne Rezept-Rezept ist. Dafür aber umso leckerer und mit gemischten Senfkörnern. Eines meiner – zur Zeit – Lieblingsgewürze. Kennt ihr auch diese „zur Zeit – Lieblingszutaten“, die dann unheimlich oft auf dem Teller landen, bis man sie nicht mehr sehen kann? Phasenessen nenn‘ ich sowas!

Ligurische Trofie mit Gewürzragout

(Rezept von mir)

Zutaten für 4 Personen:

450g Rinderhackfleisch
1 Dose geschälte Tomaten (400 g)
125 g frischer Baby-Blattspinat
200 g braune Champignons
1 große Zwiebel
2 Knoblauchzehen
je 1 Zweig Rosmarin und Thymian
2 TL Senfkörner (braune und gelbe gemischt)
1 TL Gewürzmischung bestehend aus gleichen Teilen Bockshornkleesamen, Koriandersamen, Fenchelsamen
Salz, Pfeffer, Olivenöl
1 Prise Zucker
150 g Fetakäse in Würfeln
300-350 g Trofie oder andere Nudeln

Zubereitung:

Spinat waschen und in der Salatschleuder trocknen. Champignons waschen, abtrocknen und die Anschnittstelle abschneiden. Pilze in breite Scheiben schneiden. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein würfeln. Rosmarin- und Thymianblätter abzupfen und klein schneiden.

Senfkörner und Gewürzmischung in eine Pfanne geben und leicht anrösten. Anschließend in einem Steinmörser fein mahlen.

Hackfleisch in einer großen Gusseisenpfanne in etwas Olivenöl scharf anbraten, sodass es leicht anbräunt. Eventuell in Etappen, damit sich nicht zu viel Flüssigkeit beim Braten bildet, sonst entstehen keine Röststoffe. Das Fleisch herausnehmen und in derselben Pfanne Zwiebeln und Knoblauch in etwas Olivenöl glasig anbraten. Champignonscheiben hinzufügen und kurz mitbraten. Hackfleisch, Tomaten mit Saft, Salz, Pfeffer, eine Prise Zucker und die gemahlenen Gewürze unterrühren. Das Ragout ca. 20 bis 30 min auf mittlerer Stufe köcheln lassen. Eventuell etwas Wasser nachschütten, falls es zu trocken wird. Kurz vor dem Servieren die frischen Spinatblättchen unterrühren und bei mittlerer Hitze leicht zusammenfallen lassen. Mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken.

Die Nudeln nach Packungsanleitung in Salzwasser al dente kochen und mit Ragout und Fetawürfeln servieren. Guten Appetit!

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Basilikum-Gnocchis mit Pinienkernbutter

Wie ihr wahrscheinlich bereits wisst, bin ich im Foodbloggeschehen noch gar nicht so lange dabei. Sowohl als Lesende, als auch als Schreibende. Nach der Entdeckung von Foodblogs war ich erst mal total überrascht, welche Ausmaße die Kochblogs im Netz angenommen haben. Das Ganze geht ja sogar so weit, dass einige Blogger bereits eigene Kochbücher veröffentlicht haben, was ich total klasse finde.

Aus diesem Grund habe ich mir vor einer Weile das Kochbuch von Nicole Stich bestellt, deren Blog Delicious Days ich immer ganz gespannt verfolge.

IMGP1942Nicole Stich ist auf jeden Fall ein Basilikum-Fan, das ist völlig klar. Ihren Limetten-Basilikum-Sirup habe ich bereits in abgewandelter Form nachgeköchelt und ihre Basilikum-Gnocchis sind mir beim Durchblättern des Buches auch sofort ins Auge gesprungen. Die mussten unbedingt nachgemacht werden und sie sind super lecker geworden. Für echte Basilikum-Liebhaber wie mich genau das Richtige und gegen Italien-Flair hab ich ja sowieso nix einzuwenden, wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt.

Eines muß ich allerdings noch loswerden. Man kann natürlich mit dem Messer aus dicken Kartoffelteigschnüren einfach kleine Stücke abtrennen. Allerdings finde ich, dass die kleinen Nocken mit ihrem klassisch gestreiften Muster ganz bezaubernd aussehen und deshalb kam zum ersten Mal mein kleines Gnocchibrettchen zum Einsatz.

Den Umgang mit diesem kleinen Brettlein musste ich jedoch zunächst ein wenig üben bis ich diese schönen leckeren Gnocchis, die ihr auf den Bildern seht, zu Stande gebracht habe. Für die, die es lieber praktisch mögen gehen natürlich die geschnittenen auch wunderbar. Auf den Geschmack kommt es schließlich an und der ist absolut 1A. Zum Reinlegen sozusagen.

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Basilikum-Gnocchis mit Pinienkernbutter

(Abgewandelt nach Delicious Days, Nicole Stich)

Zutaten:

Für die Gnocchis:
1 kg mehlig kochende Kartoffeln
1 Handvoll Basilikumblätter
1 Ei
1 Eigelb
Meersalz
frisch geriebenen Muskatnuss
75 g Mehl (plus noch etwas zum formen)

Pinienkernbutter:
5 EL Pinienkerne
120 g Butter
1 Prise feines Meersalz

Kollage2

IMGP1941Zubereitung:

Backofen auf 180 Grad vorheizen. Kartoffeln waschen, mehrmals mit einem Messser anpiksen und auf einem Gitter im Ofen bei Umluft ca. 1 Stunde garen. Nach der Hälfte der Zeit einmal wenden. Die Kartoffeln heiß schälen und durch eine Kartoffelpresse drücken.1/2 TL Sazl und etwas Muskatnuss über die Kartoffeln streuen und Mehl dazu geben.

Inzwischen Ei, Eigelb und Basilikum mit dem Stabmixer fein pürieren und der Kartoffelmischung hinzufügen. Alles grob mit einer Gabel vermengen und mit den Händen zu einem glatten Teig kneten, aber nicht länger als nötig um alles gut miteinander zu vermischen. Je nach Wassergehalt der Kartoffelsorte noch etwas mehr Mehl hinzugeben. Zu viel Mehl macht den Teig allerdings zäh wie Gummi, also nur soviel dazu geben, bis sich der Teig formen lässt. Rasch verarbeiten, damit der Teig nicht feucht wird.

Mit Mehl bestäubten Händen den Teig in tennisballgroße Teile teilen und zu 1,5 cm dicken Rollen formen. Die Rollen in 1 bis 2 cm Stücke schneiden und die Stücke mit dem Daumen abwärts über ein Gnocchi-Brett oder über Gabelzinken rollen, sodass sich auf einer Seite eine Delle formt und sich auf der anderen das tolle Rillenmuster ergibt. Die Aktion ist aber kein kein Muß, sie sehen abgeschnitten nämlich auch sehr nett aus.

Einen großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen und das Wasser kräftig salzen, Gnocchis dazu geben. Bei schwacher Hitze köcheln lassen, mehr simmern als kochen. Sobald die Gnocchis oben schwimmen mit einer Schöpfkelle herausnehmen und abtropfen lassen.

Für die Pinienkernbutter, die Kerne grob mörsern oder hacken. Butter in einer Pfanne erhitzen und Pinienkerne und Salz unterrühren. Leicht anbräunen lassen.

Die Gnocchis kurz in der Butter schwenken und servieren. Buon Appetito!

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