Rote Rettichsprossen

Heute gibt es Sprossen auf meinem Salat ;)!

Schon vor 5000 Jahren haben die Chinesen den Gesundheitswert der Sprossen erkannt und sie zur Bekämpfung von Krankheiten benutzt. Bei uns wurden sie erst vor rund 200 Jahren von Ärzten als gesund eingestuft. Von Sprossen wollte aber lange Zeit keiner was wissen. Die Leute meinten, dass sie nur gesund sind, aber nicht schmecken. Bis auf die Ökofraktion, die damals aber leider noch in der Minderzahl war. Zum Glück ist das heute anders! Ich finde Sprossen total lecker und finde, dass sie jeden langweiligen Salat sofort aufpeppen.

IMGP1639blacks-saturationRettichsprossen schmecken schwach nach Senf und besitzen eine leichte Schärfe, die rote Variante etwas weniger. Sie sind antibakteriell, hemmen Krebs und liefern viele Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren.

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Französisches Rinderragout aus dem Languedoc

Vor kurzem bin ich, anlässlich einer Feier in kleinem Kreis, mal wieder zum Kochen engagiert worden. Der Gastherr wollte was möglichst unkompliziertes, deftiges und warmes. Bevorzugt sollte es ein Gulasch sein oder so ähnlich, halt etwas was man sich nach durchzechter Nacht (insofern noch etwas übrig ist) gierig rein schaufeln kann, um dem Kater vielleicht doch noch ein Schnippchen zu schlagen.

Mein Standard Paprika-Gulasch wollte ich nicht schon wieder kochen, obwohl es eigentlich sehr gut ist. Ich wollte was Neues ausprobieren und weil ich vor kurzem das Rinderragout aus dem Languedoc bei new kitch on the blog entdeckt habe und ich die Idee mit der Orangenschale und den Oliven so schön mediterran fand, hab ich mich kurzerhand dafür entschieden. Wenn es nach mir gegangen wäre hätte ich einen ultimativen Indien-Abend mit Naan-Broten, Daals, Chutneys etc. gemacht. Aber wie gesagt, der Gastherr hatte das letzte Wort.

Und gerade, weil der Herr das letzte Wort hatte und er der Meinung war, dass ein Gulasch immer aus Rind und Zwiebeln im Verhältnis von 1:1 besteht, wanderten die ein oder anderen diversen Zwiebeln zusätzlich mit ins Ragout. Auch bei den anderen Zutaten bin ich leicht von der Vorlage abgewichen. Für meinen Geschmack waren es am Schluß dann doch zu viel Zwiebeln. Ich hätte es mir etwas fleischiger gewünscht, aber dennoch ein sehr leckeres Rezept.

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Und noch eines am Rande:

Eigentlich wollte ich ja, genau wie Evi von Ich bin dann mal in der Kyche, den guten Vorsatz fürs neue Jahr – Fonds kochen! – baldmöglichst in die Tat umsetzen. Jetzt könnte sie allerdings mit erhobenem Zeigefinger vor mir stehen, weil ich für dieses Gericht “nur” Rinderfond aus dem Glas genommen hab. Oje, Schande über mein Haupt! Ich gelobe Besserung!

Französisches Rinderragout

(Abgewandelt nach New kitch on the Blog)

Zutaten

8 Personen

2,5 kg Rindergulasch
1 EL Mehl
5 EL Öl
2,5 kg Zwiebeln (rote, weiße), für meinen Geschmack weniger
5 Knoblauchzehen
5 EL Tomatenmark
1 l Rotwein trocken
400 ml Rinderfond
600 ml Wasser
1 Handvoll frische Kräuter (Salbei, Thymian, Rosmarin)
Abrieb von 2 Bio-Orangen
8 Lorbeerblätter
400 g schwarze Oliven ohne Stein
2 Bund glatte Petersilie
frische Chilischote
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Rindfleisch im Öl scharf anbraten, heraus nehmen. Zwiebeln und Knoblauch im Bratensatz und etwas Öl anschwitzen und das Fleisch dazu geben. Tomatenmark und Mehl dazu und kurz anrösten. Mit Wein ablöschen und einreduzieren lassen. Gewürze, Salbei, Thymian, Rosmarin, Lorbeerblätter und die Hälfte des Orangenabriebs dazu geben und mit Flüssigkeit (Fond und Wasser) aufgießen. Zugedeckt bei mittlerer Hitze ca. 4 bis 6 Stunden schmoren lassen, bis das Fleisch weich ist. 30 min vor Ende der Schmorzeit kommen die Oliven dazu. Zum Servieren mit gehackter Petersilie und dem restlichen Orangenabrieb garnieren. Dazu schmeckt eine dicke Scheibe frisches Weißbrot!

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Guten Morgen-Café au lait

Guten Morgen, guten Morgen, guten Morgen Sonnenschein…Lalalala…

Ich hab gute Laune! Es ist bald Wochenende und die Sonne soll sich ein wenig blicken lassen, zumindest sagt das der Wetterbericht! Was gibt es besseres für einen Foodblogger, als Zeit zum Kochen und gutes Licht zum Fotografieren?

Vor der Kochaktion geht’s heute Abend aber erst mal in meinen Lieblingsweinladen. Ein Kochwein und ein Wein zum Essen können ja nicht schaden, oder?! Die nette Besitzer-Familie Wombacher läd ein zum Verkosten ihrer vor kurzem erstandenen Frankreich-Ausbeute.

Bevor ich den Laden kannte war ich ja mehr auf italienische Rotweine eingeschossen – wer könnte es mir übel nehmen bei meinem Italien-Faible – aber die Wombachers haben mich eines Besseren belehrt. Ihr Weinverkauf (vor allem französische Weine, aber auch der ein oder andere Italiener) ist ein engagierter Familienbetrieb. Die Tochter studiert Foodmanagement und Kulinaristik und Herr und Frau Wombacher haben sich dem Slow Food Verein verschrieben. Wenn sie über Frankreich und die Weine erzählen, dann fangen ihre Augen an zu leuchten und man merkt einfach, dass sie ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht haben. Vor kurzem hat sich Frau Wombacher auch noch ihren Traum eines Gästehauses in Sommerach mit einem toskanisch angehauchten Natursteinhäuschen mitten im Weingebiet erfüllt. Wer das schöne Frankenländle im Frühjahr oder Sommer mal besuchen möchte, kann in diesem Gästehaus bestimmt wunderbar die Seele baumeln lassen, wenn es dort so aussieht wie die Bilder auf ihrer Webseite das versprechen.

Ich möchte auch darauf hinweisen, dass ich hier keine bezahlte Werbung mache. Für mich ist dieser Weinladen mitsamt Familie einfach absolut nennenswert, da er sich ganz klar von der Masse abhebt und mir sehr sympathisch ist.

So, genug geschwätzt. Zum Frühstück gibt es jetzt einen großen leckeren Café au lait mit viel Milchschaum und Zimt, dann geht’s ab zur Arbeit und bald ist Wochenende!

Guten Morgen, guten Morgen, guten Morgen Sonnenschein…

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Panna Cotta mit Himbeer-Coulis

Es freut mich immer wieder, wenn ich Menschen mit meinem Essen glücklich machen kann, auch wenn es vielleicht nur für den Augenblick der Schlemmerei ist. Mit diesem Dessert habe ich es mal wieder geschafft und ich konnte sogar Nicht-Süß-Esser davon überzeugen. Außerdem ist Panna Cotta relativ easy zu zubereiten und es lässt sich aus wenigen Zutaten ein richtiges Hingucker-Dessert zaubern. Naja, ok, ganz so leicht ist es natürlich nicht. Bisher hatte ich nämlich immer das Problem, dass ich keine gleichmäßige Verteilung der Vanillesamen hinbekommen habe. Sie sind mir immer auf den Glasboden abgesunken, was optisch nicht so schön ist.

Bei Steph vom Kuriositätenladen hab ich ein Rezept gefunden, das genau dieses Problem beim Schopfe packt! Danke liebe Steph!

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Statt Gelatine benutzt sie Agar-Agar. Vegetarisch, aber auch nicht ohne Tücken. Nach kurzer Recherche im Netz habe ich herausgefunden, dass die Gelierkraft von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich ist. Ich habe mich deshalb auf meine bisherige Erfahrung mit Gelatine gestützt, denn die Packungsangabe meines Agar-Agars sagt, dass ein Päckchen Agar-Agar (10g) 6 Blatt Gelatine entspricht. Bisher habe ich immer 3 Blatt Gelatine auf 500 ml Sahne genommen und deshalb habe ich das Päckchen einfach halbiert.

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Panna Cotta mit Himbeer-Coulis

(Nach dem kleinen Kuriositätenladen)

Zutaten für 3-4 Personen:

500 ml Sahne (carragenfrei)
50 g Zucker
5 g Agar-Agar (entspricht 3 Blatt Gelatine)
1 Vanilleschote
2 grüne Kardamomkapseln

Himbeer-Coulis

150 g gefrorene Himbeeren
1 EL Zucker
Himbeer- oder Brombeerlikör nach Belieben

Zubereitung:

Die Samen aus der Vanilleschote kratzen und Schale plus Samen in einen kleinen Topf geben. Zucker, Sahne, und angeknackste Kardamomkapseln dazu geben und einmal aufkochen. Dann ca. 15 min sanft simmern lassen. Temperatur erhöhen und Agar-Agar zugeben und mindestens 2 min kochen lassen. Abkühlen bis die Sahne leicht cremig wird, einmal umrühren und durch ein Sieb in die gewünschten Gefäße schütten. Und über Nacht in den Kühlschrank stellen. Falls man die Panna Cotta stürzen möchte, kann man zum leichteren Lösen die Gläser vor dem Befüllen mit neutralem Pflanzenöl einreiben. Die Gläser zum Stürzen kurz in heißes Wasser tauchen.

Für den Coulis Himbeeren, Zucker und Likör in einen Topf geben und bei mittlerer bis schwacher Hitze auftauen lassen und anschließend ca. 5 min weich köcheln. Je nach Säuregrad Zuckermenge erhöhen. Durch ein feines Sieb streichen und bis zur gewünschten Konsistenz einkochen.

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Ich, das Kochblog-Küken oder wie ich zum No-Knead-Bread kam!

Ich muß gestehen, ich lese erst seit ca. einem halben Jahr Kochblogs. Vorher hab ich mich eigentlich nur von Kochbüchern und Zeitschriften inspirieren lassen. Ich muß deshalb einer Buch-Autorin ganz besonders dankbar sein, nämlich Pim Techamuanvivit. Ihr Werk ‚Das Foodie-Handbuch’ ist mir irgendwann im letzten Jahr in einem Laden ins Auge gestochen und ich hab es mit nach Hause genommen. Nach gewissenhafter Lektüre des Buches wollte ich im Internet ein wenig über die Autorin herausfinden und bin dabei auf ihren Blog Chez Pim gestoßen. Als ich dann gemerkt habe welches Ausmaß das Kochblog-Universum im Netz eingenommen hat war ich erst mal total geplättet! In der darauf folgenden Zeit war ich nur am Lesen und am Füttern meines Readers. Ich hatte zwischendurch ein ganz beklemmendes Gefühl, weil ich mir dachte: Oh mein Gott, was hast du alles verpasst!

Mittlerweile bin ich aber, glaub ich, ganz gut angekommen in der Blogosphäre und es macht mir riesig Spaß! Das Tolle ist, dass ich noch viel mehr als bisher, das Kochen mit dem Fotografieren verbinden kann. Auch wenn ich, was das Fotografieren betrifft ein totaler Neuling bin.

Nachdem ich mich ein wenig in die Blog-Welt eingelesen hatte, sind mir natürlich gleich die absoluten Klassiker unter die Nase gerieben worden. Rezepte, die quasi schon von fast jedem Kochblogger nachgekocht oder –gebacken wurden. Eines dieser Rezepte hat es mir besonders angetan. Zum Einen, weil ich schon lange nach einem ultimativen und kinderleichten Brot-Rezept gesucht habe und zum Anderen weil mir die Art der Zubereitung sehr gefällt. Zum Backen benutzt  man einen Bräter mit Deckel.

IMGP1048Es handelt sich um das No-Knead-Bread von Jim Lahey, das 2006 in der New York Times veröffentlicht wurde. Pim Techamuanvivit backt ihr Brot übrigens auch auf diese Art und Weise. Und ich bin begeistert wie einfach und erfolgreich dieses Rezept ist. Besonders die Kruste hat es mir angetan, die ich bei meinen bisherigen Backversuchen vergeblich vermisst habe. Bei diesem Rezept gelingt sie mir immer!

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Das Original-Rezept (eine weitere sehr schöne und detaillierte Beschreibung in 4 Teilen gibt es bei Katarina von esskultur.at) ergibt ein Brot, das eine großporige und sehr elastische, leicht zähe Krume hat. Petra von Chili und Ciabatta ist schon so lange im Bloggeschehen dabei, dass sie tatsächlich das Brot direkt nach Erscheinen des Artikels in der New York Times nachgebacken und für gut empfunden hat. Tja, ich sag doch, ich hab durch meinen späten Einstieg so einiges verpasst. Aber das hält mich nicht davon ab, das Brot jetzt nachzubacken.

Allerdings mag ich genauso gerne feinporige weiche Krumen und deshalb hab ich das Original-Rezept leicht abgewandelt:

Brot im Topf

(Abgewandelt nach No Knead Bread, Jim Lahey)

Zutaten

550 g Mehl Typ 550 (Original-Rezept: 435 g Mehl)
2 gestrichene TL Salz
5 g Frisch-Hefe
345 g Wasser

Zubereitung

Alle Zutaten in einer großen verschließbaren Schüssel möglichst schnell mit der Hand vermischen, nicht kneten. Es entsteht ein leicht feuchter Teig. Bei Verwendung der Mehlmenge des Original-Rezepts wird der Teig wesentlich feuchter. Die Schüssel mit einem Deckel oder Frischhaltefolie abdecken und 12-24 Stunden bei Raumtemperatur gehen lassen.

Nach der Gehzeit sollte der Teig von Blasen durchzogen sein und beim Kippen der Schüssel zieht der Teig am Rand breite Fäden. Die Arbeitsfläche mit Mehl bestreuen und den Teig mit einem Teigspatel aus der Schüssel holen und auf das Mehl geben.

Der Teig wird nun nach folgendem Schema gefaltet:

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Den Teig nach oben und unten behutsam dehnen.

Den oberen Teil über die Mitte nach unten schlagen und den unteren Teil nach oben falten. sodass 3 Lagen entstehen.

Jetzt den Teig vorsichtig nach rechts und links dehnen und genau wie beim Schritt davor die seitlichen Drittel über die Mitte schlagen.

Den Teig ganz behutsam falten und möglichst wenig drücken, damit die Blasen nicht kaputt gehen. Den gefalteten Teig mit der Nahtstelle nach unten auf ein bemehltes Handtuch geben, einwickeln und in einen großen Sieb geben. Mindestens 2 Stunden bei Raumtemperatur gehen lassen. Der Teig ist richtig gegangen, wenn sich eine eingedrückte Delle nur ganz langsam zurückbildet. Wenn der Teig noch zu elastisch ist, dann weiter gehen lassen.

Kurz vor Ende der Gärzeit einen runden Bräter mit Deckel (ca. 24 cm Durchmesser) auf 230 Grad Umluft vorheizen. Den Teig mit der Nahtstelle nach oben vorsichtig in den Bräter geben. Ich benutze dafür das Handtuch in dem der Teig eingewickelt ist und lasse den Teig einfach aus dem Tuch in den Bräter gleiten. Aber ohne Schwung, damit der Teig nicht in sich zusammen fällt. Deckel drauf und 30 min backen. Dann den Deckel entfernen und weitere 15 bis 20 min backen. Das Brot aus dem Bräter stürzen und vor dem Anschnitt 1 Stunde auskühlen lassen. Das Brot sollte sich beim Klopfen auf die Unterseite hohl anfühlen. Falls das nicht der Fall sein sollte, kann man das Brot, solange es noch nicht ausgekühlt ist, fertig backen.

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